Bündner Know-how für den Solarexpress auf Madrisa
01.10.2026
Die Vorgaben sind klar, die Termine knapp. Um den Solarexpress des Bundes mit Grosssolaranlagen in Graubünden zu unterstützen, wurde die Zendra AG in Chur gegründet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss aus drei Bündner Unternehmen.
«Hinter Zendra steht ein Zusammenschluss dreier Bündner Unternehmen, die ihre Tätigkeit als Konsortium für alpine Photovoltaikanlagen starteten und sich heute gemeinsam für die Energiegewinnung mit alpinen Solaranlagen im grossen Massstab einsetzen.» So steht es auf der Webseite der Zendra AG. Doch was heisst das genau? Adrian Riedi, Geschäftsführer und Verwaltungsrat der Zendra AG, erklärt es so: «Wir sind der Fachplaner von alpinen Solaranlagen in den Bergen, gebaut werden diese dann von spezialisierten Bauunternehmen.»
Zu den Anlagen, die von der Zendra AG geplant wurden, gehören mit Madrisa Solar und Sedrun Solar zwei alpine Freiflächenanlagen in Graubünden. Ebenfalls von der Zendra AG geplant wurde die erste Freiflächenanlage der Zentralschweiz im Urner Schächental.
Drei Unternehmen, eine Firma
Gegründet wurde die Zendra AG von drei auf verschiedene Bereiche spezialisierten Unternehmen, die gemeinsam Lösungen zur Umsetzung des Solarexpresses beitragen wollten. Die Firma Reech AG ist auf anspruchsvolle Photovoltaikprojekte spezialisiert, die X Statik AG ist spezialisiert auf das Bauingenieurwesen mit Fokus auf der statischen Planung und die InfraDigital AG ist der Spezialist für die Digitalisierung. «Bei solch grossen alpinen Photovoltaikanlagen wie zum Beispiel Madrisa Solar braucht es das Know-how aller Firmen, um diese realisieren zu können», ergänzt Riedi. «Mit der Zendra AG bündeln wir deshalb unser Wissen.»
Ganzheitliche Lösung
Speziell an der Zusammenarbeit dieser drei Unternehmen unter dem Dach der gemeinsamen Zendra AG ist, dass sie nicht einfach für die Realisierung von alpinen Solaranlagen zusammenarbeiten, sondern eine Systemlösung dafür entwickelt haben. Diese Systemlösung nennt sich Alpin Quattro und wurde von der Zendra AG zum Patent angemeldet. Die Herausforderungen für die Erstellung von alpinen Solaranlagen auf einer freien Fläche sind mannigfaltig. Dabei gilt es bauliche, technologische und logistische Herausforderungen unter Extrembedingungen zu meistern. Man könne nicht einfach eine Anlage, welche im Mittelland funktioniere, einfach in die Berge transformieren, erklärt Riedi.
So kann man in den Alpen beispielsweise nur von Mai bis Oktober bauen, die Anlagen müssen in schwierigem und felsigem Gelände verankert werden und auch extremen Umwelteinflüssen wie Kälte, Schnee und Wind standhalten. Mit der digitalen Systemlösung Alpin Quattro liefert die Zendra AG keine losen Komponenten, sondern eine ganzheitliche Photovoltaik-Komplettlösung, die komplett digitalisiert ist und somit die Sicherheit einer industriellen Serienfertigung in die komplexe Realität der Alpen bringt.
Alpin Quattro besteht aus Komplettmodulen, bestehend aus Verankerungselementen, dem Tisch aus Stahl mit jeweils sechs Solarmodulen und einer integrierten Verkabelung. Dank dieses schlanken und hindernisfreien Designs können sich Vieh und Wildtiere uneingeschränkt bewegen. «Ausserdem haben wir das ganze System auch so aufgebaut, dass es baubar ist», ergänzt Riedi, «denn Bauen im alpinen Gebiet braucht spezielles Know-how.» Das Ergebnis ist ein Alpin-Solarmodul, das als Bestandteil des Gesamtsystems ausgelegt ist und auf Dauerhaftigkeit und hohe Rahmenstabilität ausgerichtet ist. So könne es den alpinen Belastungen über lange Zeit standhalten, schreibt die Zendra AG auf ihrer Webseite.
Solarexpress ist auf Kurs
Mit Madrisa Solar, Sedrun Solar und der Anlage im Schächental hat die Zendra AG drei alpine Solaranlagen geplant. Trotzdem haben Aussenstehende hin und wieder den Eindruck, der Solarexpress sei kein Schnell-, sondern ein Bummelzug. Adrian Riedi relativiert aber: «Das sind Projekte, die zwischen 60 und 100 Millionen Franken kosten, und wir bauen in alpinem Gelände. Solche Anlagen realisiert man nicht einfach in ein paar Monaten.» Es möge für Aussenstehende schon wie ein Bummelzug wirken, für jene, die sich mit dem Projekt befassen, sei es aber tatsächlich ein Express, so Riedi weiter.
Ein weiterer Faktor sei, dass solche alpinen Solaranlagen noch nie gebaut wurden in der Schweiz, dafür brauche es viel Innovation und neues Know-how. «Wir haben die Zendra AG vor vier Jahren gegründet, als der Solarexpress im Parlament verabschiedet und aufgesetzt wurde», sagt Riedi, «und seit diesem Zeitpunkt sind wir mit Vollgas dahinter.» Riedi betont auch, dass alle Vorgaben, die das Parlament im Gesetz zum Solarexpress erlassen habe, bei diesen Projekten eingehalten werden. So seien bei allen drei Projekten Ende 2025 – wie vom Gesetz verlangt – die ersten zehn Prozent Strom produziert worden. Die vollständige Inbetriebnahme der alpinen Photovoltaikanlage Madrisa Solar ist auf Ende 2027 geplant, jene von Sedrun Solar Ende 2028, da diese auch grösser ist. Die beiden Anlagen in Graubünden umfassen im Endausbau 3170 respektive 5700 Solartische mit einer Leistung von 11 Megawatt Peak (Madrisa Solar) und 19,3 Megawatt Peak (Sedrun Solar).
Bauarbeiten an der Solaranlage Madrisa Solar
Übersicht Madrisa Solar
Mitarbeiter der Zendra AG bei der Anlage Madrisa Solar
Digitaler Zwilling von Madrisa Solar

