Bündner Unternehmenspreis geht an Eckold AG
10.06.2026
Der Bündner Gewerbeverband (BGV) konnte in Laax an seiner Delegiertenversammlung auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurückblicken. Neben den ordentlichen Traktanden stand die regionale Wirtschaft im Zentrum. Der Bündner Unternehmenspreis 2026 ging an die Eckhold AG mit dem Inhaber Marc Eckold.
Die 126. Delegiertenversammlung (DV) des BGV hat am 10. Juni 2026 in Laax stattgefunden. Gastgeber war der Handels- und Gewerbeverein Alpenarena. Der BGV umfasst 64 Sektionen mit insgesamt über 6000 Unternehmen und selbständig Erwerbenden und ist der grösste Wirtschaftsverband des Kantons.
Erfolgreiches Jubiläumsjahr
Im Gespräch blickte BGV-Direktor Maurus Blumental auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Politisch konnten alle fünf Abstimmungen im Sinne des BGV entschieden werden. Besonders hervorzuheben sind die Steuerentlastungen für natürliche Personen sowie Verbesserungen beim Klima- und Innovationsgesetz und der Wohnraumförderung. Mit der Teilrevision des Steuergesetzes sowie den zwei Steuersatzsenkungen 2025 und 2026 konnte die Steuerbelastung für natürliche Personen auf kantonaler Ebene um fast 70 Millionen gesenkt werden. Damit ist Graubünden attraktiver für Arbeitstätige und Familien geworden. In der Berufsbildung verzeichnete die Bündner Berufsausstellung Fiutscher mit 17'000 Besuchenden einen Rekord. Verschiedene Massnahmen im Rahmen der Strategie Berufsbildung 2035 wurden im vergangenen Jahr umgesetzt. Mit neuem modernem Auftritt, regionalen KMU-Impuls-Veranstaltungen und dem 125-Jahr-Jubiläum setzte der BGV auch kommunikative Akzente. Die Mitgliederzahl blieb mit rund 6800 Betrieben stabil. Nachhaltige Impulse aus dem Jubiläumsjahr haben der mit 125'000 Franken dotierte Jubiläumsfonds für die Berufsbildung und die Lancierung eines Projekts zur Bündner Wirtschaftsgeschichte hinterlassen.
Flächenmangel steigt weiterhin
Im Gespräch mit Moderatorin Melanie Salis präsentierte BGV-Präsident Viktor Scharegg die Ergebnisse der aktuellen BGV-Mitgliederumfrage und zeichnete ein insgesamt positives Bild der Bündner Wirtschaft. Drei von vier Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, auch die Erwartungen für die kommenden Jahre bleiben mehrheitlich optimistisch. Gleichzeitig beschäftigen die Betriebe Themen wie Fachkräftemangel, Bürokratie, Flächenknappheit und Wohnraummangel. Ein Schwerpunkt der Umfrage lag auf Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz: Bereits 83 Prozent der Unternehmen nutzen oder testen KI-Anwendungen. Scharegg betonte die Anpassungsfähigkeit der Betriebe mit den Worten: «Die Unternehmen sind gewohnt, sich anzupassen. So passen sie sich fortlaufend dem Fachkräftemangel an.» Sorgen macht dem Präsidenten des grössten Bündner Wirtschaftsverbands vor allem der Flächenmangel. «Fast jedes zweite Unternehmen sagt, dass die eingeschränkte Verfügbarkeit die eigene wirtschaftliche Entwicklung konkret behindert. Damit geht aus Sicht der Unternehmen erhebliches Wertschöpfungspotenzial für Graubünden verloren», so Scharegg.
Regionale Wirtschaft
Eine starke kantonale Wirtschaft braucht starke regionale Wirtschafsträume. Zwar bildet das Churer Rheintal einen wichtigen Wachstumsmotor, doch auch Tourismusdestinationen, Gewerbestandorte und innovative Unternehmen in den Tälern leisten einen entscheidenden Beitrag zur Wertschöpfung. In einer Podiumsdiskussion gingen Jan Koch (Unternehmer, Grossrat und Vizepräsident BGV), Stefan Cahenzli (Unternehmer Trin), Claudia Jann (Regionalentwicklerin Region Maloja) sowie Franz Gschwend (Gemeindepräsident Laax) den Rahmenbedingungen für eine starke regionale Wirtschaft auf den Grund. Neben der Beleuchtung der Erfolgsfaktoren für eine regionale Wirtschaftsentwicklung stand die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Regionen, Wirtschaft und Kanton im Vordergrund. «Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht selbst einschränken, um uns entfalten zu können», sagte Jan Koch. «Wir haben ein Raumplanungsgesetz, das nicht schlecht, sondern eine Katastrophe ist. Da müssen wir alle auf die Beine stehen und uns im Kanton Graubünden aus Bern nicht alles gefallen lassen», ergänzte Stefan Cahenzli.
Traditionsreicher Familienbetrieb aus dem produzierenden Gewerbe
Der BGV hat zum zweiten Mal den Bündner Unternehmenspreis vergeben. Dieser ging an die Eckold AG in Trimmis. Das Familienunternehmen mit Produktion und Handel beschäftigt 43 Mitarbeitende. Es entwickelt, produziert und vertreibt weltweit hochwertige Maschinen für die Blechbearbeitung, handelt in der Schweiz mit Komponenten für die Fahrzeugtechnik und ist als Lohnfertiger für anspruchsvolle Dreh- und Frästeile tätig. Mit seiner ausgeprägten Macher-Mentalität, hoher Qualitätsorientierung und Kundennähe hat sich ECKOLD seit der Firmengründung 1957 in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich entwickelt. Das Unternehmen wird von Marc Eckold in dritter Generation geführt und ist international tätig. BGV-Vizepräsident Jan Koch hob in seiner Laudatio Marc Eckold als bodenständig, vorausschauend und engagierten Unternehmer hervor. «Das Unternehmen verbindet Handwerk mit Industrie, Erfahrung mit moderner Fertigung und Spezialisierung mit Vielseitigkeit. Genau solche Firmen machen eine Volkswirtschaft robust», so Koch.
Zum Bündner Unternehmenspreis
Mit dem Bündner Unternehmenspreise (vormals Innovationspreis) werden Unternehmen ausgezeichnet, welche über einen überzeugenden Leistungsausweis verfügen. Sie sind eine Anerkennung für herausragende Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit Innovation, Engagement und unternehmerischem Geschick zur Entwicklung des eigenen Unternehmens beitragen und die Wirtschaft in unserer Region mit ihren Leistungen und Ideen prägen und weiterbringen. Die Auszeichnung gibt in der Regel typischen Gewerbebetrieben in Graubünden eine Plattform, auf ihr Wirken aufmerksam zu machen. Zudem soll der Preis Ansporn sein, auch zukünftig unternehmerische Tatkraft an den Tag zu legen. Der Preis wird jährlich vergeben. Der Preisträger oder die Preisträgerin wird jeweils anlässlich der Delegiertenversammlung des Bündner Gewerbeverbandes geehrt.

