Unter Strom für den richtigen Beruf

Technik verstehen, mit den Händen arbeiten und am Ende sehen, dass alles funktioniert: Genau diese Mischung begeistert Luke Denoth an seinem Beruf. Der angehende Elektroinstallateur EFZ absolviert bei der Electra Buin SA in Scuol sein viertes Lehrjahr und schätzt vor allem eines: die enorme Abwechslung.

Die Morgensonne fällt auf die Engadiner Bergwelt, rundherum zeigt sich ein Panorama wie aus dem Bilderbuch. Doch für Luke Denoth beginnt jetzt nicht der Ferientag, sondern die Arbeit. Werkzeug bereitmachen, Pläne studieren, und los geht es. Der angehende Elektroinstallateur EFZ arbeitet im vierten Lehrjahr bei der Electra Buin SA in Scuol. Heute Kabel einziehen, morgen auf dem Rohbau arbeiten, übermorgen eine Verteilung installieren: Einen typischen Arbeitstag kennt Luke Denoth kaum. «Genau diese Abwechslung ist das Schöne an unserem Beruf», sagt er. Besonders gerne arbeitet er an elektrischen Verteilungen. Dabei ist Genauigkeit gefragt. Kabel, Sicherungen und weitere Komponenten müssen nicht nur richtig angeschlossen sein, auch die Ausführung soll sauber aussehen. «Mir ist wichtig, mir dafür Zeit zu nehmen und die Verteilung schön zu gestalten.» Inzwischen darf Denoth solche Arbeiten teilweise bereits selbstständig ausführen.

Dass er einmal Elektroinstallateur werden würde, war keineswegs von Anfang an klar. Er wusste zwar, dass er mit den Händen arbeiten wollte, ursprünglich interessierte er sich aber für den Maurerberuf. Während der Schnupperlehre lernte Denoth schliesslich die Welt der Elektroin­stallationen näher kennen. Es war kein einzelner Moment, der ihn überzeugte. «Es war das Gesamtpaket. Das technische Wissen und die verschiedenen Arbeiten haben mir besser gefallen.» Bei der Electra Buin SA fühlte er sich schnell wohl. Besonders schätzt er die gute Arbeitsmoral und den Zusammenhalt. Er wurde rasch ins Team aufgenommen. Heute begeistert ihn vor allem das Resultat seiner Arbeit: «Ich finde es schön, wenn ich eine Arbeit sauber ausführen kann und am Ende alles funktioniert.»

Verantwortung übernehmen
Mit jedem Lehrjahr wächst die Verantwortung. Besonders in Erinnerung geblieben ist Luke eine Baustelle, die er gegen Ende seines zweiten Lehrjahres übernehmen durfte, nachdem ein Monteur pensioniert worden war. Für einen jungen Lernenden war das eine Herausfor­derung – und gleichzeitig eine Bestätigung. «Mit meiner damaligen Erfahrung war ich stolz auf diese Baustelle.» Verantwortung gehört ohnehin zum Beruf. Elektrizität kann gefährlich sein. Deshalb wird in der Ausbildung grosser Wert auf Sicherheit gelegt. In der Regel arbeitet er im stromlosen Zustand. Sicherungen ausschalten und kontrollieren, ob tatsächlich keine Spannung mehr vorhanden ist, gehören selbstverständlich dazu. Arbeiten unter Spannung erfordern entsprechende Kurse und besondere Sicherheitsmassnahmen. Gleichzeitig verändert sich der Beruf. Erneuerbare Energien, Fotovoltaik, Ladestationen oder neue technische Normen erweitern das Arbeitsfeld. Denoth hat bereits bei einigen Ladestationen mitgearbeitet und erlebt, wie viel neues Wissen gefragt ist. Genau das macht den Beruf für den jungen Engadiner interessant.

Mittlerweile hat sein viertes und letztes Lehrjahr begonnen. Die Anforderungen steigen, in der Berufsfachschule stehen viele Prüfungen an, und auch im Betrieb wird mehr erwartet. Die Lehre habe ihn deshalb nicht nur fachlich geprägt. «Das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist Arbeits­moral. Die Ausbildung hat mich schon ein Stück weit verändert.» Wer Elektroinstallateur werden möchte, sollte für Luke vor allem Interesse, Lernbereitschaft und Disziplin mitbringen. Dass sich eine Ausbildung lohnt, steht für ihn ausser Frage. Gerade im Engadin seien ausgebildete Fachkräfte gesucht. In seinem vierten Lehrjahr seien an der Gewerbeschule Samedan gerade einmal zwei Elektroinstallateur-Lernende aus dem Engadin. Nach dem Lehrabschluss möchte Denoth zunächst Berufserfahrung sammeln. Eine Weiterbildung schliesst er keineswegs aus. Für ihn ist praktische Erfahrung eine wichtige Grundlage, bevor später beispielsweise eine Funktion als Projektleiter infrage kommt.

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