Graubünden braucht Mut zum Handeln!

Als Präsident des Bündner Gewerbeverbandes sage ich es klar und ohne Umschweife: Graubündens Wirtschaft steht im Jahr 2026 nicht vor einem Absturz. Aber sie steht vor einer Bewährungsprobe. Stabilität ist kein Selbstläufer. Sie entsteht nur dann, wenn wir bereit sind, Probleme offen anzusprechen und entschlossen zu handeln. Genau diese Entschlossenheit hat in den letzten Jahren zu oft gefehlt.

Unserkleinenund mittleren Unternehmen sind das Rückgrat dieses Kantons. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden Lernende aus, investieren in den Regionen und sichern die Wertschöpfung vom Bergdorf bis ins Zentrum. Ohne sie funktioniert Graubünden nicht. Diese Betriebe verlangen keine Sonderbehandlung und keine Privilegien. Sie verlangen Verlässlichkeit. Sie brauchen klare, wirtschaftsnahe Rahmenbedingungen stattwohlklingender Absichtserklärungen, komplizierter Verfahrenund politischer Experimente. Wer das Gewerbe schwächt, schwächt den ganzen Kanton.

2026 wird voraussichtlich kein Boomjahr. Doch die Ausgangslage ist solide. Die Teuerung ist moderat, viele Betriebe sind gut ausgelastet. Genau jetzt müsste investiert werden. Private sind bereit zu investieren, und auch der Kanton verfügt über die nötigen Mittel. Wer sich jetzt hinter Zurückhaltung versteckt, handelt fahrlässig. Wer heute nicht investiert, spart am falschen Ort und gefährdet morgen Arbeitsplätze. Investitionen in Infrastruktur, Energie, Verkehr, Bildung und öffentliche Bauten sind kein Luxus, sondern eine Verpflichtung. Sie stärken den Standortlangfristig und schaffen Vertrauen.

Der Tourismus bleibt der Motor unserer Wirtschaft. Nach sehr starken Jahren wird 2026 anspruchsvoller. Das ist kein Grund zur Panik, aber einklarer Auftrag. Qualität, Wertschöpfung und klare Positionierung müssen im Zentrum stehen. Ganzjahresangebote und funktionierende Kooperationensind entscheidend. Davon profitiert das gesamte Gewerbe, vom Bau bis zum Detailhandel.

Besonders dramatisch ist die Situation beim Wohnraum. Die Wohnungsknappheit ist zur Wachstumsbremse geworden. Betriebe finden keine Mitarbeitenden, nicht wegen fehlender Arbeit, ondern wegenfehlender Wohnungen. Wer Arbeitsplätze erhaltenwill, muss Wohnen ermöglichen. In der Raumplanung braucht es jetzt pragmatische Lösungen statt Blockaden. Verzögerungen kosten Zeit, Geld und Vertrauen.

Industrie und exportorientierte KMU stehen zusätzlich unter Druck durch den starken Franken und internationale Unsicherheiten. Umso weniger können wir uns hausgemachte Probleme leisten. Bürokratie, lange Verfahren und übertriebene Regulierungen bremsen Innovation und Investitionen und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit.

2026 ist auch ein Wahljahr .Deshalb sage ich klar: Graubünden braucht eine wirtschaftsfreundliche Regierung und ein Parlament mit Realitätssinn. Wirtschaftliche Stärke ist keine Randnotiz. Sie ist die Grundlage für sozialen Ausgleich, funktionierende Regionen und Lebensqualität.

Mein Fazit ist eindeutig: Graubünden hat alle Voraussetzungen, um erfolgreich zu bleiben. Abernur mit weniger Blockaden, weniger Angst vor Veränderung und deutlich mehr Mut. Das Bündner Gewerbe ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Jetz sind Gesellschaft und Politik am Zug.

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